Hoffnungsboten

Hoffnungsboten

Was haben die AWM und Himbeeren miteinander zu tun? Auf den ersten Blick wahrscheinlich gar nichts. Wer schon mal zum Mittagessen an der AWM war, dem fällt nach etwas Nachdenken vielleicht der leckere „Schneegestöber“-Nachtisch ein, den es immer wieder mal gibt. Für mich gibt es seit einiger Zeit eine weitere Gemeinsamkeit.

Seit meinem Umzug im Sommer 2018 darf ich den Garten unserer Vermieter mitnutzen. Schon immer habe ich von einem Garten geträumt, in dem ich Blumen und ein paar andere Dinge anpflanzen kann. Aber bisher hatte ich es nicht geschafft – so groß meine Liebe zu Pflanzen ist, so klein ist leider mein eigener grüner Daumen.

Aber dieses Jahr hat mein Mann mir meinen Wunsch erfüllt. Seit einigen Tagen stehen in unserem Garten Tomaten, Gurken, Erdbeeren und eben auch Himbeerpflänzchen – meine absoluten Lieblingsbeeren.

Für mich sind diese Pflänzchen im Garten ein Hoffnungszeichen. Noch sind sie ganz klein und wirken sehr zerbrechlich. Aber ich hoffe auf schöne, leckere Früchte ab Ende Juli. Gerade in dieser ungewissen Zeit, in der wir wenig soziale Kontakte haben dürfen, ist doch die Hoffnung einer der wichtigsten Begleiter für uns Christen.

Und hier kommt die Verbindung zur AWM. Denn die AWM will mit ihren Studien-, Weiterbildungs- und Seminarangeboten genau das tun: Menschen befähigen, Hoffnungsboten zu sein. Hoffnung für eine Welt, die an vielen Stellen hoffnungslos ist.

Nun steht aufgrund des Stellenwechsels meines Mannes ein erneuter Umzug im Herbst dieses Jahres an. Wir haben also in unserem Garten gepflanzt, obwohl wir gedanklich eigentlich schon dabei sind, unsere Kisten zu packen. Deshalb sind die Pflänzchen für mich in einer weiteren Weise eine Erinnerung: Noch bin ich hier. Noch kann und darf ich die Zeit hier nutzen und mich vor Ort voll einbringen.

Und auch das lehren und lernen wir an der AWM: Wie wir die Zeit, die wir haben, voll einbringen können, um Menschen vom Evangelium zu berichten – und eben diese Hoffnung in die Welt zu tragen.

Petrus erinnert uns in 1. Petrus 1,3: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ Vor kurzem haben wir Ostern gefeiert. Jesus ist auferstanden, er lebt und somit ist auch unsere Hoffnung eine lebendige. Das dürfen wir weitersagen! Manchmal helfen uns Symbole oder Gegenstände, uns daran zu erinnern. Für mich sind es meine Himbeeren im Garten.

Maïté Haller
Während des Studiums der Ev. Theologie an der Universität in Tübingen (Kirchliches Examen 2012), begann Maïté Haller (geb. Gressel) auf ehrenamtlicher Basis, mit Flüchtlingen zu arbeiten, u.a. in Deutschkur ...
mehr

Bild von Birgith Roosipuu auf unsplash.

01.05.2020