Ein gastfreundlicher Gott!

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Den Psalm 23 kennt man: „Der Herr ist mein Hirte. Er weidet mich auf grüner Aue“. Gott der Hirte und ich das Schäfchen, alles klar. Doch beim genauen Hinsehen wird deutlich, dass der Psalm zweigeteilt ist. Im ersten Teil geht es um Gott als Hirten (1-4), im zweiten um Gott als Gastgeber (5-6). Gott wird als Hausherr vorgestellt, der seine Gäste gerne empfängt. Er bereitet einen reichlich gedeckten Tisch, er salbt seine Gäste mit feinstem Öl und schenkt ihnen voll ein. Diese Bilder machen Gottes Gastfreundschaft deutlich. Bei Gott ist man willkommen und fühlt sich wohl. Bei Gott gibt es überfließendes Leben, und das zeigt sich anschaulich im Zusammensein am Tisch bei einem guten Essen in einer superguten Atmosphäre. Ich denke, diese kurzen Verse zeigen, wie Gott ist: Er ist grundsätzlich auf die Menschen bezogen, philanthropisch („die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes ist erschienen“ – Titus 3,4).

Als Gott in Jesus Mensch wurde und in Bethlehem auf die Welt kam, wollte ihn niemand aufnehmen. Als er dann erwachsen war und begann, das Evangelium zu verkündigen und vorzuleben, „bereitete er einen Tisch“ für die große Menge, die „wie Schafe waren“ und „keinen Hirten hatten“, und lud sie zu einem großen Essen ein (Mk 6). Immer wieder wird berichtet, dass er gerne Zeit beim gemeinsamen Essen mit verschiedenen Leuten verbrachte, auch bei solchen, die am Rande der Gesellschaft standen.

david-todd-mccarty-tuuedihwnfq-unsplash.jpg Es ist längst bekannt, dass Gastfreundschaft ein Türöffner für das Evangelium ist. Grundsätzlich lieben es Menschen, eingeladen zu werden, ein schönes Essen zu genießen oder ganz einfach (und coronagerecht) „zum Grillen im Freien rüberzukommen“. Gerade jetzt in der Krise haben Menschen Sehnsucht nach echter Gemeinschaft, nach echtem Zusammenkommen. Es ist einfacher als man denkt, man kann Freunde, Nachbarn oder die ausländische Familie von nebenan zum Essen (oder Grillen) einladen. Gerade jetzt, wo das wieder möglich wird, ist es eine große Chance. Jedenfalls kann man so Gottes gastfreundliches Wesen widerspiegeln.

Uns als AWM ist es ein Anliegen, diesen gastfreundlichen Gott anderen Menschen bekannt zu machen. Dazu wollen wir ermutigen, und dazu haben wir auch ein reichhaltiges Angebot an Studienkursen, Weiterbildungen und Seminaren.

Elmar Spohn

(D.Th., University of South Africa) war acht Jahre Missionar in Tansania und ist seit 2013 Dozent für interkulturelle Studien bei ESCT.

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Bildnachweis: Unsplash, li: David Todd McCarty / re: Artem Beliaikin

01.06.2021